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Digitales Fundraising bleibt ein Hoffnungsträger!

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
Stabile Zahlen in bewegten Zeiten - Daten & Trends aus der Digitalen Fundraising Studie 2026

Ein Blick auf die Spendenmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) sorgt in vielen Organisationen für Stirnrunzeln. Der Markt in Deutschland ist massiv eingebrochen und liegt mit 4,6 Milliarden Euro um neun Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres, während Österreich stabil bei 1,1 Milliarden Euro liegt. Die Schweiz bewegt sich mit 2,25 Milliarden Schweizer Franken (2,45 Milliarden Euro) auf Vorjahresniveau.

Nun hat RaiseNow die jährliche „Digitale Fundraising-Studie“ für das Jahr 2026 veröffentlicht, an der mehr als 10.000 Organisationen teilgenommen haben. Das Fazit der Studie: Es hätte schlimmer kommen können.


Advent und Ramadan spielen eine wichtige Rolle

Beginnen wir mit den guten Nachrichten. Das digitale Spendenvolumen zeigt laut Studie einen stabilen Trend. Weiterhin hat die Adventszeit mit zwölf Prozent einen hohen Anteil am digitalen Spendenvolumen. Der Ramadan im März erreichte mit achtzehn Prozent sogar den stärksten Wert.

Religiös geprägte Spendenanlässe spielen also weiterhin eine wichtige Role – auch im digitalen Fundraising. Ganz offensichtlich liegen muslimische Spenderinnen und Spender hier deutlich vor christlich motivierten Gebenden. Besonders bemerkenswert ist dies, weil der Anteil muslimischer Gläubiger in Deutschland bei 6,5 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt, während Christinnen und Christen 43,8 Prozent ausmachen.

In der christlichen Tradition gilt der sogenannte Zehnte, der zehn Prozent des Einkommens als Orientierung für Spenden vorsieht. Beim Zakat liegt der Anteil bei 2,5 Prozent des ersparten Vermögens. Damit ist die Vorgabe im Christentum formal deutlich höher als im Islam. Dennoch scheint die empfundene Verpflichtung bei muslimischen Gebenden stärker ausgeprägt zu sein als bei christlichen Spenderinnen und Spendern.



Die neue Studie von RaiseNow zeigt: Digitales Fundraising bleibt ein Hoffnungsträger. Foto: AS_Photography
Die neue Studie von RaiseNow zeigt: Digitales Fundraising bleibt ein Hoffnungsträger. Foto: AS_Photography

Einen Spenden-Automatismus gibt es nicht!

Allerdings sind sich die Digitalexpertinnen und -experten einig: Einen Automatismus gibt es nicht. Auch im digitalen Fundraising braucht es eine aktive Ansprache, eingebunden in professionelle Kampagnen – wie sie beispielsweise Islamic Relief Deutschland durchführt.

Bei der Anzahl der jährlichen digitalen Spenden liegen große Organisationen mit durchschnittlich 34.332 Spenden deutlich vor mittleren Organisationen mit 1.911 Spenden sowie kleinen Organisationen mit 333 Spenden. Der DACH-weite Durchschnitt liegt mit 677 Spenden sichtbar über dem Vorjahreswert von 647 Spenden. Damit zeigt sich: Das digitale Fundraising kann eine steigende Spendenbereitschaft verzeichnen – anders als der Gesamtmarkt.

Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass digitale Spenden im Vergleich zu analogen Spenden weiterhin nur einen kleinen Anteil ausmachen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass Onlinespenden rund dreizehn Prozent des gesamten Spendenvolumens ausmachen.


Kleine Organisationen sind stabiler als große Organisationen

Anders sieht es jedoch bei den Spendenhöhen aus. Der Rückgang seit 2024 setzt sich laut Studie fort. Mit durchschnittlich 35,50 Euro beziehungsweise 33,50 Schweizer Franken wurde der bislang niedrigste Stand erreicht – ein Rückgang von elf Prozent. Auffällig ist allerdings, dass kleine Organisationen stabilere Werte erzielen als große Organisationen. Offenbar sprechen sie in ihren Spendeneinladungen realistischere Beträge an.

Während religiöse Organisationen, gemeinnützige Einrichtungen und Vereine sinkende Spendenbeträge verzeichnen, legen politische Organisationen zu. Offensichtlich ist dies eine Reaktion auf die gesellschaftlichen Debatten in Europa und weltweit.

Trotz rückläufiger Einzelspenden und stagnierender Durchschnittsbeträge steigt das jährliche digitale Spendenvolumen. Im Median wurden 5.618 Euro beziehungsweise 5.308 Schweizer Franken erreicht. Damit liegt das Ergebnis über dem Vorjahreswert von 5.506 Euro beziehungsweise 5.202 Schweizer Franken.


Kreditkarten und PayPal gehören zum Standard

Während einige Organisationen noch immer das klassische Lastschriftverfahren auf ihren Webseiten anbieten, hat sich der Markt längst weiterentwickelt. Kreditkarten und digitale Bezahlsysteme gehören heute zum Standard im digitalen Fundraising. In Deutschland führt mittlerweile PayPal und vereint 44,7 Prozent der Spenden auf sich, während bankbasierte Zahlungen bei 28,2 Prozent und Kreditkartenzahlungen bei 23,8 Prozent liegen. In der Schweiz dominiert TWINT das digitale Spendenwesen mit 77,6 Prozent und liegt damit weit vor allen anderen Bezahlmöglichkeiten.


Fazit: Organisationen müssen aufholen!

Der Gründer von RaiseNow, Marco Zaugg, fasst es noch einmal zusammen: „Die Anzahl digitaler Spenden steigt weiter, während die individuellen Spendenbeträge sinken. Trotz dieser Entwicklung bleibt das gesamte digitale Spendenvolumen stabil. Dies unterstreicht, dass digitales Fundraising ein verlässlicher und robuster Kanal ist. Organisationen können und sollten weiterhin in diesen Bereich als zentrale Säule ihrer Fundraising-Strategie investieren.

Gleichzeitig zeigt die Datenanalyse, dass große Organisationen mit stark steigenden Transaktionszahlen weiter davonziehen. Mittlere und kleine Organisationen müssen aufholen und ihre digitalen Fundraising Aktivitäten gezielt ausbauen.“ 


Stephanie Reuter

Marco Zaugg

CEO RaiseNow


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