Wie wird Weihnachten?


Es ist eine Frage, die fast alle spendensammelnden Organisationen und Stiftungen jedes Jahr aufs Neue umtreibt: Wie wird Weihnachten? Und nein, es geht nicht um Besinnlichkeit und sinnvolle Geschenke, sondern ganz klar, um die Spenden.

2020 war trotz (oder gerade wegen) der Pandemie ein sehr gutes Jahr, das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Erhebung: das Spendenvolumen stieg um 5,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, insgesamt spendeten 19 Millionen Menschen – vor allem für die humanitäre Hilfe, Tierschutz und Bildung, aber auch Kunst, (Bau-)Kultur und natürlich die Corona-Nothilfe standen im Vordergrund.

Die Fundraising-Zahlen werden regelmäßig von Professor Tom Neukirchen und seiner Agentur Fundgiver begleitet, interpretiert und auch durch zahlreiche Umfragen im Kundenauftrag analysiert. Jörg Schumacher von neues stiften wollte von ihm wissen, wie sich die Situation in 2021 darstellt. Und dazu gibt es sehr spannende Zahlen.


So ermittelte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einen starken Start im Januar und Februar, gekoppelt an einen weiteren Lockdown: 476 Mio. Euro wurden im Januar eingesammelt, im Vorjahr waren es gerade mal 361. Im März dann ein Einbruch: Knapp 30 Prozent Verlust! Experte Tom Neukirchen interpretiert das so:


„Nach der Spendenrallye 2020 mussten sich der Markt und auch die Spender erstmal erholen!“


Dann der nächste wichtige Spendenlass: Die Flutkatastrophe in Deutschland trieb die Spenden auf einen traurigen Rekord: Das Spendenvolumen stieg im Juni um 73 Prozent auf 693 Millionen Euro (Vorjahr 400 Mio). Ein Trend, der sich bis in den September hielt. Gibt uns das einen Ausblick auf Weihnachten? Das glaubt Tom Neukirchen nicht:


„Der gute Spendentrend wird sich aber nicht fortsetzen.“


Aber er sagt auch: „Nicht alle Organisationen haben von der Spendenflut profitiert. Entscheidend ist jetzt, sich richtig aufzustellen.“ Wie das geht, verrät Professor Tom Neukirchen im Podcast mit neues stiften und erzählt unter anderem, wie es mit dem Spendenmonitor weitergeht, dessen Zukunft ja ungewiss ist, seit sich das französische Marktforschungsinstitut Kantar vom deutschen Markt zurück gezogen hat.