Seenotretterin Karolin Adorf im Gespräch mit Dr. Anna Punke-Dresen
- 30. März
- 5 Min. Lesezeit
Wer steckt hinter dieser neuen Rubrik und was möchte sie für einen Mehrwert bieten?
Portraits über Menschen im gemeinnützigen Bereich findet man auch an anderer Stelle. Wir erinnern uns zum Beispiel an die „Köpfe“ in der Stiftungsbeilage der Wochenzeitung DIE ZEIT. Mit dieser Rubrik „Mensch des Monats“ möchten wir Menschen hinter einer Führungsposition besser kennenlernen. Dafür hat Dr. Anna Punke-Dresen diese Rubrik ins Leben gerufen.
Anna Punke-Dresen ist selbst seit über 15 Jahren in diversen Funktionen und Kontexten sowohl ehrenamtlich als auch hauptamtlich im gemeinnützigen Sektor unterwegs - unter anderem als stellvertretende Leiterin des Kreises Junge Menschen und Stiftungen, Community Lead für MentorMe, Vorständin von Hamburger mit Herz e.V. und seit 2023 Leitung Fundraising der Abteilung Engagement & Partnerschaften bei der Hamburger Kunsthalle in Doppelspitze.
Schreiben und gemeinnütziges Engagement sind die beiden Pfeiler, die ihren Werdegang prägen.
Mit dieser monatlichen Rubrik möchte sie einige spannende Personen aus ihrem Netzwerk in persönlichen Gesprächen fragen, wie und warum sie sich selbst im gemeinnützigen Bereich engagieren. Welche Ehrenämter werden zusätzlich zum Hauptamt gepflegt? Was treibt sie dazu an? Was bedeutet Engagement für sie und welche Learnings und Botschaften bringt das für sie mit?

Karolin Adorf ist im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. An der Ruhr-Universität in Bochum studierte die heute 31-Jährige zunächst Biologie. Nach ihrem Bachelor erwarb sie an der Universität Bremen ihren Master in Meeresbiologie – in ihrer Abschlussarbeit beschäftigte sie sich mit der Rotbarsch-Population in Ostgrönland. Anschließend war sie für einige Jahre Projektleiterin in einem Gutachterbüro in der Offshore-Arbeitsgruppe im Bereich der Umweltplanung tätig. Aktuell absolviert die ausgebildete Forschungstaucherin ein duales Studium beim Zoll. Als freiwillige Seenotretterin engagiert sie sich seit Januar 2024 bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die 31-Jährige ist auch in der erfolgreichen ARD-Reportagereihe „Die Seenotretter“ zu sehen. Die Serie begleitet die Rettungsleute bei ihren anspruchsvollen Einsätzen.
Liebe Karolin Adorf, ich möchte in dieser Rubrik jedem*r Interviewpartner*in die gleiche Einstiegsfrage stellen: Wann und wo haben Sie sich zum allerersten Mal ehrenamtlich engagiert?
Unsere Gesellschaft wird in vielen Bereichen von Ehrenamtlichen getragen und zusammengehalten. Deshalb hatte ich schon länger überlegt, mich ehrenamtlich zu engagieren. Ich halte das für essenziell. Konkret wurde es jedoch erst nach meinem Umzug 2023 nach Kiel. Ich habe bewusst nach einer sinnstiftenden Aufgabe außerhalb meines Berufs gesucht. Schnell bin ich bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, der DGzRS, fündig geworden. Als freiwillige Seenotretterin kann ich zwei Dinge miteinander verbinden, die mir besonders wichtig sind: meine Leidenschaft für den Wassersport und meinen Sinn für Gemeinschaft. Da ich viel Zeit im und auf dem Wasser verbringe, passt das Ehrenamt bei der DGzRS perfekt. Dazu kommt: Ich bin Teil eines Teams, das gemeinsam Menschen aus Seenot rettet oder aus drohender Gefahr befreit. Wir fahren rund um die Uhr und bei jedem Wetter raus, um anderen da draußen zu helfen, Berufsseeleuten wie Wassersportlern gleichermaßen. Das alles zusammen hat mich motiviert, mich auf der Freiwilligenstation einzubringen.
Seit wann sind Sie bei der DGzRS ehrenamtlich engagiert? Was genau sind Ihre Aufgaben?
Seit Januar 2024 bin ich freiwillige Seenotretterin auf der Station Schilksee. Unsere Aufgabe ist es, Menschen aus Seenot zu retten. Die Seenotretter verantworten den maritimen Such- und Rettungsdienst auf Nord- und Ostsee. Die Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen koordiniert dabei sämtliche Maßnahmen. Diese hoheitliche Aufgabe erfüllen wir unabhängig und eigenverantwortlich. Wir verzichten bewusst auf jegliche staatlich-öffentliche Mittel und finanzieren unsere gesamte Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist mir sehr wichtig. Unsere Station liegt am westlichen Ausgang der Kieler Förde und ist Teil eines dichten Stationsnetzes. In unserem Revier sind große Fähren und kleine Einhandsegler ebenso wie dreimastige Traditionssegler, moderne Segelyachten und Angelboote unterwegs. Es erstreckt sich über die Innen- und Außenförde bis zum östlichen Eingang der Eckernförder Bucht. Es ist ein sehr stark befahrenes Seegebiet, geprägt von der Berufs- und Freizeitschifffahrt. Bei einem Seenotfall alarmiert uns die Rettungsleitstelle See über unser Smartphone, ähnlich wie bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dann besetzen wir so schnell wie möglich unser Seenotrettungsboot JÜRGEN HORST und nehmen Kurs auf den Unglücksort. Neben den Einsätzen trainieren wir regelmäßig auf See und machen Revierfahrten, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Einmal in der Woche treffen wir uns zu Wachbesprechungen. Außerdem besuche ich Lehrgänge in unserem Trainingszentrum in Neustadt in Holstein.
Was sind die wichtigsten Learnings? Haben Sie Downlights und Highlights, die Sie mit unseren Leser*innen teilen möchten?
Die wichtigste Erfahrung lautet für mich: Ein gut eingespieltes, professionell ausgebildetes Team ist entscheidend für erfolgreiche Einsätze. Und: Die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der Besatzungsmitglieder sind eine große Stärke. Jede und jeder bringt eigene Fähigkeiten ein und verbessert damit das Ganze. Der größte Pluspunkt meines Ehrenamtes ist für mich der starke Zusammenhalt. Wir wissen, dass wir uns auch bei schwierigen Einsätzen absolut aufeinander verlassen und diese gemeinsam bewältigen können. Natürlich gehören wie in jedem Rettungsdienst auch belastende Situationen dazu. Doch damit bleibe ich nie allein: Nach jeder Fahrt findet ein Debriefing statt, bei dem wir sowohl fachliche Aspekte als auch belastende Erlebnisse offen besprechen – das ist ganz wichtig. Bei Bedarf steht außerdem professionelle Unterstützung bereit.
Was ist Ihnen wichtig bezogen auf ein Ehrenamt?
Für mich war entscheidend, dass das Ehrenamt zu mir und meinen Fähigkeiten passt. Ich muss für die Sache brennen. Sie muss sinnstiftend sein. Darin liegt für mich der Schlüssel für eine dauerhaft hohe Motivation. Und genau dies alles habe ich neben einer starken Crew bei der DGzRS gefunden. Zudem wollte ich mich langfristig engagieren. Genau darauf legen die Seenotretter großen Wert. Die Ausbildung ist zeitintensiv, und Vertrauen innerhalb der Mannschaft wächst mit jedem Einsatz und jeder Trainingsfahrt. Wichtig ist auch, die eigenen Stärken realistisch einzuschätzen, besonders die eigene mentale und körperliche Belastbarkeit.
Sie waren bei der aktuellen ARD-Doku über die Seenotretter dabei. Wie ist das, sich selber im Fernsehen zu sehen? Waren Sie aufgeregt vor der Kamera?
Es war sehr ungewohnt, mich selbst auf dem Bildschirm zu sehen. Noch gewöhnungsbedürftiger war es aber, anschließend von Freunden und Arbeitskollegen und -kolleginnen darauf angesprochen zu werden. Anfangs haben wir die fest installierten Kameras an Bord noch wahrgenommen, aber spätestens im Einsatz rückten sie in den Hintergrund. Dann konzentrierten wir uns völlig auf die Situation und die anstehenden Aufgaben. Die Produktionsfirma war zudem sehr darauf bedacht, unsere Arbeit nicht zu behindern. Bei den späteren Interviews war ich natürlich aufgeregt, aber durch die angenehme Atmosphäre hat sich das schnell gelegt.
Und zum Schluss: Drei Fragen & Antworten
Welches Buch haben Sie zum Thema Ehrenamt oder Engagement gelesen, das Sie nachhaltig beeindruckt hat?
„Mayday“ aus dem Ankerherz-Verlag, in dem Seenotretter eindrucksvoll von ihrer Arbeit erzählen.
Wenn Sie einen Wunsch für den gemeinnützigen Sektor frei hätten, welcher wäre das?
Eine noch stärkere gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung für ehrenamtliches Engagement, da viele Menschen unverzichtbare Arbeit oft im Hintergrund leisten.
Was möchten Sie unseren Leser*innen mit auf den Weg geben? Was ist Ihr Credo?
Das Wichtigste ist, mutig den ersten Schritt zu machen und bereit zu sein, dazuzulernen – alles Weitere entwickelt sich mit der Zeit fast von selbst.

Karolin Adorf
Seenotretterin
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
Foto: Kinescope Film / Dennis Williamson




Upřímně, najít v Praze místo, kde není hlava na hlavě a kde se člověk fakt uvolní, je docela umění, protože spousta salonů v centru je jen past na turisty. Já si raději připlatím za soukromí a čistotu, než abych šel někam, kde se cítím jako na běžícím páse v šatně u bazénu. Celkem zajímavé srovnání různých typů regenerace jsem našel na portálu https://passion-massage.cz/masaze/ a uvažuju, že příště zkusím něco s lávovými kameny pro prohřátí svalů v tomhle sychravém počasí. Pořádný wellness zážitek by měl být hlavně o tom, že na tu chvíli zapomenete na celý svět venku. Máte nějaké svoje oblíbené "tajné" místo, kam si chodíte dobít baterky, když už máte všeho po krk, nebo to střídáte podle nálady?