Am 28. Oktober 2014 haben etwa 40 Stiftungsvertreter bei unserer Veranstaltung „Stiftungsnetzwerke- Fluch oder Segen?“ darüber diskutiert, wie gemeinnützige Organisationen effizienter zusammenarbeiten können und so einen Ausweg aus der Niedrig-Zinsfalle finden.

Die Lage ist merkwürdig: Auf der einen Seite erleben Stiftungen in Deutschland einen wahren Boom – pro Tag werden im Schnitt zwei neue ins Leben gerufen. Auf der anderen Seite machen es die niedrigen Zinsen den gemeinnützigen Einrichtungen schwer, genügend Kapital zu erwirtschaften, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen.

Ein möglicher Ausweg aus der Situation: Stiftungs-Netzwerke, die inhaltlich zusammenarbeiten, um effizienter zu sein. Wie das gehen kann, haben die anwesenden Stiftungsvertreter auf Einladung der HSH Nordbank diskutiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Marschall aus München, der über weitreichende Erfahrungen als Begleiter beim Aufbau solcher Stiftungs-Netzwerke verfügt.

„Aufgrund der schlechten Ertragssituation an den Kapitalmärkten, wird es für Stiftungen immer wichtiger, möglichst effektiv mit den Erträgen umzugehen“, sagt Andreas Schiemenz, Abteilungsleiter Philanthropie & Stiftungen bei der HSH Nordbank. „Es geht darum, Kompetenzen zu einem Netzwerk zusammen zu fügen, das dann besonders produktiv ist.“ Doch in der Praxis, so Andreas Schiemenz, sei es gar nicht so einfach, Kooperationen von Stiftungen zu erreichen. Schließlich habe jede ihren eigenen Zweck, ihren eigenen Bereich – und meist ganz genaue Vorstellungen, wie ihre Stiftungsmittel eingesetzt werden sollen. „Wir raten gerade kleineren Stiftungen, sich entweder inhaltlich zusammen zu tun oder zu überlegen, welche Stiftung in der gleichen Region oder im gleichen Stadtteil aktiv ist.“ Wichtig sei es dabei, dass sich die Stiftungen von dem lösten, was sie gerade an Projekten betreuten. „Stattdessen ist es besser zu überlegen, was sie künftig mit anderen Stiftungen gemeinsam erreichen können.“

In den Diskussionen wurde das Thema Flüchtlinge immer wieder als mögliches Kooperationsthema genannt und diskutiert. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen und die gemeinnützige PHINEO AG veranstalten ein Vernetzungstreffen (im Dezember 2014 oder Januar 2015) und möchten klären, wie Stiftungen ihr Engagement für Flüchtlinge in Deutschland gemeinsam verstärken und besser vernetzen können. Das Treffen richtet sich an Stiftungen, die sich bereits für Flüchtlinge oder angrenzende Themenfelder (Migration, Integration, Inklusion oder Rechtsextremismus) einsetzen. Bei Interesse können Sie sich bei Benita von Behr (unter benita.v.behr@stiftungen.org) melden.

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2014/10/network-441685_1280-940x625.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2014/10/network-441685_1280-300x300.jpgJörg SchepersOrganisationenVeranstaltungenNetzwerke
Am 28. Oktober 2014 haben etwa 40 Stiftungsvertreter bei unserer Veranstaltung 'Stiftungsnetzwerke- Fluch oder Segen?' darüber diskutiert, wie gemeinnützige Organisationen effizienter zusammenarbeiten können und so einen Ausweg aus der Niedrig-Zinsfalle finden. Die Lage ist merkwürdig: Auf der einen Seite erleben Stiftungen in Deutschland einen wahren Boom – pro Tag werden...