Drei Tipps zur Besetzung Ihrer Fundraising-Stelle.

Die Zeiten, in denen Hilfsorganisationen die präsentesten Spendensammler waren, sind vorbei: Immer mehr gemeinnützige Organisationen entdecken das Fundraising für sich. Sei es die Stiftung, die aufgrund des Niedrigzinses andere Finanzierungswege für ihre Projekte sucht, oder die Kultureinrichtung, die jedes Jahr weniger öffentliche Gelder erhält. Diese Organisationen konkurrieren nicht nur um den Spendenkuchen, sondern auch um die besten Fundraiser und Fundraiserinnen. Schon jetzt gibt es viel mehr offene Stellen als qualifizierte Fachleute. Kleinere, unbekannte Organisationen haben es da meist schwer, ihre Stellen erfolgreich zu besetzen. Was tun?

Positionieren Sie sich als attraktiver Arbeitgeber

Es klingt ganz selbstverständlich. Und doch verpassen viele Organisationen in ihren Stellenausschreibungen die Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber mit einer spannenden Aufgabe darzustellen. Stattdessen veröffentlichen sie uninspirierte Textwüsten mit seitenlangen Anforderungen – nur um am Ende noch auf den befristeten Arbeitsvertrag und die erwartete hohe Belastbarkeit hinzuweisen.

Nehmen Sie sich also Zeit für eine gut formulierte Stellenanzeige, kürzen Sie rigoros zu lange Anforderungsprofile (neun Punkte sind das Maximum) und nehmen Sie sich dafür den Raum, um deutlich zu machen, warum man sich für Sie entscheiden sollte. Neben einem großen Gestaltungsspielraum ist die direkte Anbindung an die Geschäftsführung ein wichtiger Attraktivitätsfaktor, ebenso wie der Hinweis, dass die Organisation dem Thema Fundraising positiv und unterstützend gegenübersteht. Das sollte sich z.B. in vorhandenen Budgets und Zeit für strategische Aufgaben zeigen. Offenheit für Teilzeit- und Homeoffice-Modelle sind ein zusätzliches Plus. Verändern Sie negative Rahmenbedingungen, insbesondere der Kampf für unbefristete Verträge wird sich auszahlen!

Schauen Sie mal in eine andere Richtung

Wo es keine erfahrene Fundraiserin gibt, ist der ambitionierte Quereinsteiger vielleicht eine gute Alternative: Immer mehr Menschen geben zugunsten einer sinnhaften Tätigkeit ihre Jobs in der Wirtschaft auf. Gerade Vertrieblerinnen, Key Accounter oder Online Marketing-Profis verfügen über wertvolles Know-how, das natürlich noch auf das Thema Fundraising übertragen werden, aber nicht von 0 aufgebaut werden muss. Denn wer Unternehmerinnen bei der Vermögensanlage beraten hat, kann auch Großspenden-Fundraising erlernen. Wer PR-Themen großgemacht hat, kann sich auch in Fundraising-Kampagnen hineindenken. Eine Fortbildung und eine gute Einarbeitung erleichtern den Start zusätzlich.

Nutzen Sie Ihre Netzwerke

Die Fundraising-Szene ist klein, das kann auch von Vorteil sein. Denn es ist durchaus machbar, die Handvoll relevanter Branchenveranstaltungen (u.a. Fundraising-Kongress!) zu besuchen und dort Ihr Netzwerk zu potentiellen Kandidatinnen auszubauen und zu pflegen. Bitten Sie Ihre Kontakte aktiv um Weiterleitung Ihrer Stellenanzeige oder Empfehlungen und dokumentieren Sie Gespräche mit Wechselwilligen, damit Sie diese Information im Fall der Fälle auch wiederfinden.

Annika Behrendt ist Senior-Projektmanagerin bei der Personalberatung Talents4Good. Das Sozialunternehmen besetzt Fach- und Führungspositionen bei Stiftungen, NGOs und anderen sozialen und ökologischen Unternehmen. Die Vermittlung von FundraiserInnen ist einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit.

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Drei Tipps zur Besetzung Ihrer Fundraising-Stelle. Die Zeiten, in denen Hilfsorganisationen die präsentesten Spendensammler waren, sind vorbei: Immer mehr gemeinnützige Organisationen entdecken das Fundraising für sich. Sei es die Stiftung, die aufgrund des Niedrigzinses andere Finanzierungswege für ihre Projekte sucht, oder die Kultureinrichtung, die jedes Jahr weniger öffentliche Gelder erhält....