Das Thema Wirkung ist in aller Munde – zu Recht.

Wer sich als Stifter, Spender, Ehrenamtlicher oder Mitarbeiter einer gemeinnützigen Organisation gesellschaftlich engagiert, möchte damit natürlich etwas Positive bewirken. Da liegt es an sich nahe, die eigene Arbeit konsequent wirkungsorientiert zu gestalten. Doch im Alltag gerät dieses Ziel leider häufig aus dem Blick. Geht es um strategische Wirkungssteuerung, sind viele gemeinnützige Organisationen verunsichert. Ihnen fehlt schlicht das notwendige Wissen über die Möglichkeiten und Ansätze einer strategischen Wirkungssteuerung.

Eine von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, dem Institut für den öffentlichen Sektor e. V. und dem Analyse- und Beratungshaus PHINEO gAG erstellte Studie zur „Wirkungsorientierten Steuerung in Non-Profit-Organisationen“ zeigt: 87 Prozent der hier befragten Organisationen erfassen nicht oder nur unzureichend ihre eigene Wirkung. (kostenloses PDF der Studie, PDF)

Was aber bedeutet Wirkung überhaupt bei einem sozialen Projekt?

Ein Beispiel: Will ein gemeinnütziger Verein Arbeitslose mit qualifizierenden Schulungen wieder in Lohn und Brot bringen, besteht seine Leistung („Output“) aus den Schulungen. Legt man der Wirkungsanalyse jedoch nur die eingesetzten Ressourcen („Input“) und die Outputs zugrunde, sagt dies noch nichts über die tatsächliche Wirkung aus. Denn eine hohe Teilnehmerzahl und persönliche Zufriedenheit mit der Maßnahme sind kein Garant dafür, dass die Arbeitslosen im Rahmen der Schulung die für den Arbeitsmarkt relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben – und dass das Projekt so zum eigentlichen Ziel, dem Wiedereinstieg in den Beruf, beiträgt.

Die eigentliche Wirkung des Projekts zeigt sich darin, dass die Schulungsteilnehmer Kompetenzen erwerben und Selbstvertrauen aufbauen. Erst diese Veränderung bei der Zielgruppe („Outcome“) ermöglicht den Wiedereintritt in den Beruf. Und das bewirkt schließlich eine Veränderung auf gesellschaftlicher Ebene („Impact“) in Form eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit.

Wirkungstreppe von PHINEO

Die Wirkungstreppe veranschaulicht die verschiedenen Stufen sozialer Wirkung.

Vermögensfinanzierte Stiftungen – viele von ihnen sind in erster Linie fördernd tätig – sind laut der zuvor genannten Studie Vorreiter für wirkungsorientierte Steuerung. Andere gemeinnützige Organisationen haben jedoch bei der Auswertung von Wirkungsdaten nach wie vor Schwierigkeiten. Ihnen fehlen oftmals Kapazitäten, Wissen und geeignete Instrumente. Ein perfekter Anknüpfungspunkt für die Förderstrategien der Stiftungen: Sie können ihre eigene Wirkungsorientierung auf die Projekte in ihrem Förderportfolio ausweiten und gezielt in Evaluationen und andere Maßnahmen investieren, die Lernerfahrungen und Qualitätssicherungen ermöglichen. Und sie können darüber hinaus entsprechende Forschungen in diesem Bereich finanziell unterstützen.

Wer die wirkungsorientierte Steuerung seiner Förderprojekte im Auge behält, schafft damit einen weiteren Anreiz für die Organisationen, hier aktiv zu werden. 78 Prozent der Befragten äußerten in der Studie zur Wirkungsorientierung die Ansicht, dass eine größere Nachfrage nach Wirkungsbelegen zu einem erheblichen Qualitätszuwachs im gemeinnützigen Sektor führen würde. Die Frage nach Wirkungskennzahlen allein würde dabei jedoch zu kurz greifen: Gemeinnützige Arbeit ist so vielfältig, dass sich die komplexen Wirkungszusammenhänge der Projekte nicht in einfache Kennzahlen übersetzen und miteinander vergleichen lassen. Es geht vielmehr um lernende Organisationen, die die Ergebnisse einer Wirkungsanalyse nicht allein für das Fundraising nutzen, sondern in erster Linie für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung ihrer Angebote.

Wie sich Wirkung in die alltägliche Stiftungsarbeit integrieren lässt, wie man sie erhebt und kommuniziert, das steht im Kursbuch Wirkung, dem Praxisratgeber für alle, die Gutes noch besser tun wollen: kostenloser Download hier …

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/09/compass-356770_1920-940x626.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/09/compass-356770_1920-300x300.jpgDr. Andreas RickertOrganisationenStrategie
Das Thema Wirkung ist in aller Munde – zu Recht. Wer sich als Stifter, Spender, Ehrenamtlicher oder Mitarbeiter einer gemeinnützigen Organisation gesellschaftlich engagiert, möchte damit natürlich etwas Positive bewirken. Da liegt es an sich nahe, die eigene Arbeit konsequent wirkungsorientiert zu gestalten. Doch im Alltag gerät dieses Ziel leider häufig...