Bislang gab es in der Immobilienbranche viel Brachland, wenn es um die Entwicklung gesellschaftlichen Engagements ging. Man findet sie zwar, die Leuchttürme und herausragenden Beispiele für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Aber die große Masse der rund 800.000 Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges geht ihr Engagement für die Gesellschaft – wenn überhaupt – eher wenig strategisch an. Integration in die Geschäftsprozesse? Berücksichtigung in der Unternehmensentwicklung? Fokus in der Außenkommunikation? Meistens Fehlanzeige.

Dabei verfügt die Immobilienwirtschaft über starke Hebel, um die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Ihre Produkte und Dienstleistungen spielen im alltäglichen Leben der Menschen und für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung eine bedeutende Rolle. Ihre Wirtschaftskraft ist beispiellos. Die Entwicklung der Städte und des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist ohne die Immobilienwirtschaft nicht denkbar.

Die Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirt­schaft (ICG) und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) haben sich daher, als zwei der ersten Branchenverbände überhaupt, auf den Weg gemacht. Sie wollen gemeinsam Nachhaltigkeit ganzheitlich in den Unternehmen des eigenen Wirtschaftszweiges stärken und gesellschaftliches Engagement auf die Agenda bringen. Ein starkes Signal des Aufbruchs!

Und: Das Fundament ist bereits gegossen. Mit einer gemeinsamen CSR-Initiative wollen die beiden Verbände zunächst das bestehende Engagement sichtbarer machen und mögliche Entwicklungspfade für wirkungsvolles Engagement aufzeigen. Herausgekommen ist ein Praxisleitfaden – gut gefüllt mit wertvollen Tipps für Anwender in den Unternehmen, zahlreichen Praxisbeispielen und guten Argumenten für mehr und besseres Engagement in der Immobilienwirtschaft.

Unterstützt wurden sie dabei von PHINEO, dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement.

10 Tipps für erfolgreiches gesellschaftliches Engagement:

  1. Das A und O für ein gelingendes Engagement ist ein „sauberes“ Kerngeschäft, das von Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Wertschätzung geprägt ist.
  2. Formulieren Sie Ziele für das Engagement – sowohl für die Zielgruppen Ihrer Projekte und Engagement-Maßnahmen als auch für das Unternehmen. Strategisches Engagement schafft Mehrwerte für die Gesellschaft und das Unternehmen.
  3. Wählen Sie Handlungsfelder für Ihr Engagement, die zum Unternehmen und seiner Kultur passen.
  4. Setzen Sie Ihr gesellschaftliches Engagement so auf, dass dessen Wirkung im Vordergrund steht und als Entscheidungskriterium genutzt wird.
  5. Transparenz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für glaubwürdiges, erfolgreiches Engagement. Kommunizieren Sie daher transparent nach innen und außen über Ihr Engagement.
  6. Verbinden Sie das Engagement mit der Geschäftsstrategie Ihres Unternehmens. Eingebunden in die weiteren Geschäftsprozesse erhält das Engagement höheres Commitment – auch von den Führungskräften.
  7. Nutzen Sie gezielt die Kernkompetenzen und -ressourcen Ihres Unternehmens bzw. Ihrer Mitarbeitenden für das Engagement.
  8. Sichern Sie sich wertvolle Unterstützung für Ihr Engagement durch die (frühzeitige) Beteiligung Ihrer Mitarbeitenden (oder auch anderer wichtiger Stakeholder).
  9. Teilen Sie Ihr Erfahrungswissen zum Thema Engagement mit anderen Unternehmen und ermöglichen so gemeinsames Lernen und Verbessern über Austausch und Netzwerke.
  10. Um das Engagement noch wirkungsvoller gestalten zu können, bieten sich Partnerschaften mit Akteuren aus anderen Branchen oder Sektoren an – insbesondere wenn so unterschiedliche Perspektiven und komplementäre Stärken zusammenkommen.

Weitere Anregungen und Hinweise, wie Sie diese 10 Tipps in die Praxis umsetzen können, finden Sie in der Publikation „Verantwortung übernehmen – der Praxisleitfaden für wirksames soziales-gesellschaftliches Handeln in der deutschen Immobilienwirtschaft“, die ICG und ZIA soeben gemeinsam veröffentlicht haben. Sie ist unter www.wir-zeigen-verantwortung.de kostenfrei als Download verfügbar.

Die Baumaterialien sind also vorhanden. Das Fundament steht. Aber damit daraus ein Haus für die Gesellschaft entstehen kann, braucht es die Handwerker und Baumeister. Sie müssen das Engagement stärker mit dem Kerngeschäft verzahnen und den branchenweiten Austausch und Kooperationen stärken. Hier gilt es jetzt, nachzulegen. Gemeinsam. Dann lässt sich – dem Namen zum Trotz – in der „Immobilien“-Wirtschaft viel bewegen.

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2016/09/Leitfaden_ZIA_ICG.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2016/09/Leitfaden_ZIA_ICG-300x300.jpgJonathan PrzybylskiOrganisationenStrategie
Bislang gab es in der Immobilienbranche viel Brachland, wenn es um die Entwicklung gesellschaftlichen Engagements ging. Man findet sie zwar, die Leuchttürme und herausragenden Beispiele für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Aber die große Masse der rund 800.000 Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges geht ihr Engagement für die Gesellschaft – wenn überhaupt – eher...