Gesellschaftliches Engagement in der Immobilienwirtschaft – ein interessantes Feld für Stiftungen

Mit ihrer gemeinsamen CSR-Initiative setzen die Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirt­schaft (ICG) und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) derzeit ein Signal für mehr und wirkungsvolleres gesellschaftliches Engagement in der Immobilienbranche. Die Publikation „Verantwortung übernehmen – der Praxisleitfaden für wirksames soziales-gesellschaftliches Handeln in der deutschen Immobilienwirtschaft“, die soeben erschienen ist, bietet dafür das Fundament.

Auch für Stiftungen ein lohnenswerter Blick:

(Unternehmens-) Stiftungen in der Immobilienwirtschaft präsent

Stiftungen spielen als Organisationsform des gesellschaftlichen Engagements für immobilienwirtschaftliche Unternehmen eine interessante Rolle. So kümmert sich beispielsweise die Cornelius Stiftung der CORPUS SIREO um Kinder von suchterkrankten Eltern und ihre Mütter. Durch die Bereitstellung von Immobilien und Therapieangeboten sowie die punktuelle Einbindung von Mitarbeitenden in die Stiftungsarbeit ist das gesellschaftliche Engagement dabei mit dem Kerngeschäft verbunden und in der Unternehmenskultur verankert.

Der Projektentwickler von Shopping Centern, die Hamburger ECE, führt gleich vier Stiftungen ins Feld. Die im Jahr 2000 von Alexander Otto gegründete Unternehmensstiftung „Lebendige Stadt“ zielt dabei auf die Förderung der Städte und den Erhalt ihrer Attraktivität und Vielfalt. Neben der Projektförderung steht der Know-how-Austausch zwischen Städten und Gemeinden durch Tagungen und Wettbewerbe im Mittelpunkt.

Überhaupt sind es häufig Unternehmerpersönlichkeiten, die über Stiftungen dem Engagement ihrer immobilienwirtschaftlichen Unternehmen ein Gesicht geben. Nicht immer ist die Arbeit der Stiftung dabei mit dem Unternehmen verbunden, sondern durch die gewählte Form mitunter sehr bewusst von diesem entkoppelt. So auch bei Alexander Brochier aus Nürnberg: Der Unternehmer fördert über seinen Kinderfonds junge Menschen und unterstützt weitere Stifter mit ähnlicher Motivlage bei deren Wirken.

Handlungsfelder für immobilienwirtschaftliches Engagement

Diese Beispiele verdeutlichen bereits, in welchen Handlungsfeldern gesellschaftliches Engagement von Immobilienunternehmen verstärkt stattfinden kann. Die Unterstützung Benachteiligter sowie die Gestaltung des Zusammenlebens im Sozialraum stehen sinnbildlich für zwei Kernmotive des Engagements der Branche: Für das altruistische Helfen bzw. den Ausgleich von Ungerechtigkeit sowie für die Verantwortungsübernahme am Standort und dessen Entwicklung.

Während die Hilfe für Benachteiligte nicht unbedingt eine strategische Nähe zu den Kerngeschäftsprozessen immobilienwirtschaftlicher Unternehmen aufweist, so liegt die Quartiersentwicklung im originären Interesse der Branche. Schließlich haben Lebensstandard, Gesundheit, Arbeit oder die Bildung der Menschen die dort wohnen, direkten Einfluss auf die Standortbedingungen – und damit auf die Wertentwicklung der dort liegenden Immobilien. Auch für die Bindung vorhandener und die Gewinnung neuer Mitarbeitender werden diese Faktoren immer entscheidender. Schließlich werden auch in Zukunft Mitarbeitende, Konsumierende, Mietende und eine funktionierende Infrastruktur benötigt.

Anknüpfungspunkte für Stiftungen und andere Akteure der Zivilgesellschaft

Daran können andere Akteure – beispielsweise Stiftungen – anknüpfen. Wirksames Engagement in der Quartiersentwicklung geht nur im Miteinander von Wirtschaft, Kommune und Zivilgesellschaft. Und auch für die Unterstützung Benachteiligter bietet es sich an, Kräfte zu bündeln. So kann bedarfsorientierter und wirksamer gefördert werden. Es braucht daher zielgerichtete, transparente und langfristige Partnerschaften.

Die Immobilienwirtschaft wird hierfür ein immer interessanter werdender Akteur, den es anzusprechen, zu ermutigen und zu unterstützen gilt. Stiftungen könnten dabei die Bindeglieder und Treiber sein, die gesellschaftliche Themen erkennen und adressieren. Und die benötigte Infrastruktur für solche Kooperationen bereitstellen, da dies üblicherweise weder die Unternehmen noch die gemeinnützigen Umsetzungspartner leisten können. Spannende Zeiten also – und eine große Chance für gemeinsames Wirken!

Mehr Informationen auf www.wir-zeigen-verantwortung.de.

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