„Show me the money“ oder „Ist amerikanisches Fundraising auf den deutschen Markt übertragbar?“ – unter diesem Motto trafen sich auf Einladung des Deutschen Stiftungszentrums und des amerikanischen Fundraising-Experten Prof. Dr. Jeffrey Peck 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (alle mit Fundraising-Erfahrung) aus diversen Organisationen zu einem Workshop in Berlin.

Warum gelingt es Amerikanern scheinbar mühelos, private Gelder (etwa für wissenschaftliche Zwecke) einzuwerben? Und warum fällt es uns Deutschen auf der anderen Seite so schwer, um Geld zu bitten? Haben die Amerikaner ein Erfolgsrezept? – Nach einer Vorstellungsrunde berichtet Workshop-Moderator Peck, der lange in beiden Ländern gelebt hat, von seinen Erfahrungen: In Amerika sei es, im Gegensatz zu Deutschland, nicht unangenehm, über Geld zu sprechen. Fundraising sei dort als eine sehr menschliche, positive Aufgabe anerkannt.

Peck, der u.a. an zahlreichen Universitäten in den USA und in Kanada gelehrt hat und derzeit in verschiedenen Funktionen bei Stiftungen und Hochschulen in Berlin tätig ist, definiert in regem Austausch mit den Workshop-Teilnehmern Fundraising als einen stetigen Prozess des Beziehungsaufbaus. Dabei seien Geduld und Fingerspitzengefühl erforderlich, um den richtigen Zeitpunkt für die Frage nach Unterstützung zu wählen, wobei in Amerika viel direkter nach Geld gefragt würde. Wichtig sei zudem, dass Zeit und auch Geld ins Fundraising investiert würden, um erfolgreich zu sein: „You have to spend money in order to make money“ – bspw. bei der Finanzierung entsprechender Stellen. An der Harvard University etwa arbeiteten über 100 Personen im Fundraising.

Um erfolgreich zu sein, sei ein gutes Briefing für alle am Fundraising-Prozess Beteiligten und die individuelle Vorbereitung auf jeden Gesprächspartner Voraussetzung. Die Beziehung zum potentiellen Förderer müsse langsam aufgebaut und kultiviert werden, bis schließlich „the ask“ (die Frage nach Unterstützung) folge, die gut vorbereitet werden müsse – oft dauere diese Entwicklung 2 bis 3 Jahre. Der Fundraiser solle mit konkreten Zielen in ein Gespräch gehen, gleichzeitig aber flexibel sein, um auf mögliche Wünsche des Gegenübers eingehen zu können. Nach einer Zusage folge eine individuelle Betreuung, die sich auch nach den Wünschen des Spenders richte: Wichtig sei es, die Förderer an den geförderten Aktivitäten oder Institutionen teilhaben zu lassen – denn: „Es geht immer noch mehr“.

Jeffrey Peck fasst zusammen, dass Fundraising sehr erfüllend, aber auch sehr frustrierend sein kann. Es sei wichtig, mit Misserfolgen umgehen zu können – gleichzeitig sei jeder Erfolg eine neue Motivation. Manchmal sei es schwierig, „wie ein Geier über einem möglichen Spender zu kreisen“ – letztlich zähle aber die Arbeit für die gute Sache.

Zum Abschluss dieses sehr konstruktiven Workshops, der auch Themen wie Datenschutz, Transparenz oder Alumni-Arbeit behandelte, trafen sich die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen, um konkrete Probleme aus der eigenen Praxis zu besprechen. Nach der anschließenden Vorstellung der Ergebnisse waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Fortsetzung dieses Workshops wünschenswert ist.

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'Show me the money“ oder „Ist amerikanisches Fundraising auf den deutschen Markt übertragbar?“ – unter diesem Motto trafen sich auf Einladung des Deutschen Stiftungszentrums und des amerikanischen Fundraising-Experten Prof. Dr. Jeffrey Peck 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (alle mit Fundraising-Erfahrung) aus diversen Organisationen zu einem Workshop in Berlin. Warum gelingt es...