Tausende Wohltäter haben ihr Geld in eigene Stiftungen eingebracht. Doch von der tückischen Rechtsform profitieren zuerst Banker und Berater. Vor allem bei kleinen Vermögen bleibt der gute Zweck oft auf der Strecke.

Aber es muss nicht immer die eigene Stiftung für die Ewigkeit sein. Wie wunderbar ist es, dass das deutsche Bürgertum wieder Vertrauen in die Gesellschaft gefunden hat und sich engagiert. „Aber wir müssen weg von dem vielen gefangenen Kapital.“ Die Möglichkeiten sind vielfältig, von der Verbrauchsstiftung, die ihr Kapital über die Jahre aufbraucht, bis zu Investitionen in Sozialunternehmen. „Aber der Stiftungssektor tut zu wenig, um die ganze Bandbreite aufzuzeigen“, kritisiert Prof. Anheier von der Hertie School of Governance. Das richtet sich auch an den Bundesverband Deutscher Stiftungen, der mit seinen 3.800 Mitgliedern mächtigster Vertreter des Sektors ist. Generalsekretär Hans Fleisch macht ein zu einfache Rechnung auf: „Mehr Stiftungen, mehr Spenden und mehr Zeiteinsatz, das heißt mehr Ressourcen für die Produktion von Gemeinwohl.“ Kleine Stiftungen haben zudem ein Nachfolgeproblem.

Dass Privatleute Treiber von sozialen Innovationen sein können, ist unbestritten. Sie sind mit ihren Organisationen oft flexibler und risikofreudiger als der Staat. Viele von ihnen legen ihre Zahlen offen oder lassen ihre Arbeit von unabhängigen Organisationen wie Phineo evaluieren. Andere Wohltäter sind aber noch in der Attitüde des 19. Jahrhunderts verhaftet.

Ungeachtet all der Herausforderungen, die noch auf Antworten warten, erhofft sich die Politik neuen Schwung für noch mehr Stiftungen in Deutschland, gut abzulesen am Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes, das das Stiften weiter erleichtert, das im Bundestag eine breite Mehrheit fand.

 

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2013/05/foot-336914_1920-940x637.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2013/05/foot-336914_1920-300x300.jpgNachrichtenOrganisationenStrategieStiftungen,Vertrauen
Tausende Wohltäter haben ihr Geld in eigene Stiftungen eingebracht. Doch von der tückischen Rechtsform profitieren zuerst Banker und Berater. Vor allem bei kleinen Vermögen bleibt der gute Zweck oft auf der Strecke. Aber es muss nicht immer die eigene Stiftung für die Ewigkeit sein. Wie wunderbar ist es, dass das...