Der Gesetzgeber hat in einer Anlage zu § 60 der Abgabenordnung (AO) eine Mustersatzung für gemeinnützige Körperschaften geschaffen, deren Regelungen gemeinnützige Organisationen in ihre Satzungen übernehmen müssen, um vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt zu werden. Bislang war umstritten, ob die Regelungen der Mustersatzung wortwörtlich zu übernehmen sind; die Finanzverwaltung stellte sich regemäßig auf diesen Stand. In Ziffer 2 zu § 60 AO des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) hat die Finanzverwaltung die Fälle aufgeführt, in denen nach ihrer Auffassung vom Wortlaut der Mustersatzung abgewichen werden kann. Das FG Hessen hat nunmehr entschieden, dass gemeinnützige Körperschaften grundsätzlich die Formulierungen aus der Mustersatzung immer im Anhang zu § 60 AO nicht wörtlich übernehmen müssen, um als gemeinnützig anerkannt zu werden. Es genügt, wenn die Satzung die in § 60 AO geforderten Voraussetzungen enthält. (FG Hessen, Urteil vom 28.06.2017, 4 K 917/16)

Keine Pflicht zur wörtlichen Übernahme der Mustersatzunghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2018/02/brick-3212887_1920-940x627.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2018/02/brick-3212887_1920-300x300.jpgHeide BleyOrganisationenRecht & SteuernMustersatzung
Der Gesetzgeber hat in einer Anlage zu § 60 der Abgabenordnung (AO) eine Mustersatzung für gemeinnützige Körperschaften geschaffen, deren Regelungen gemeinnützige Organisationen in ihre Satzungen übernehmen müssen, um vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt zu werden. Bislang war umstritten, ob die Regelungen der Mustersatzung wortwörtlich zu übernehmen sind; die Finanzverwaltung...