So nützen Sie die neuen Möglichkeiten

Das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes (kurz: Ehrenamtsstärkungsgesetz) ist am 1. März 2013 durch den Bundesrat genehmigt worden und hat zu vielversprechenden Änderungen im Stiftungssektor geführt.

Schöpfen Sie als Stiftungen die neuen Potenziale aus

Das neue Gesetz regelt, dass Vereins- und Stiftungsvorstände grundsätzlich ehrenamtlich tätig sind. Das heißt, Vergütungen für Vorstände sind nur dann zulässig, wenn sie gemäß Satzung ausdrücklich erlaubt sind. Schon die Zahlung einer Ehrenamtspauschale in Höhe von nun 720 Euro pro Jahr (bisher 500 Euro) stellt eine Vergütung dar.

Unsere Empfehlung: Überprüfen Sie Ihre Satzung auf wirksame Vergütungsregelungen und passen Sie diese gegebenenfalls zügig an. Ist die Satzung seit längerer Zeit nicht geändert worden, ist dies eine gute Gelegenheit, einen Abgleich mit der aktuellen Mustersatzung hinsichtlich gemeinnützigkeitsrechtlichen Regelungen vorzunehmen.

Durch die Lockerung des Endowment-Verbotes ist es Stiftungen nun erlaubt, ihre Überschüsse aus der Vermögensverwaltung, die Gewinne aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und mit bis zu 15 % der sonstigen zeitnah zu verwendenden Mitteln anderen steuerbegünstigten Körperschaften oder juristischen Personen des öffentlichen Rechts zur Vermögensausstattung zuzuwenden. Die Voraussetzung: Die steuerbegünstigten Zwecke der beiden Körperschaften müssen identisch sein.

Unsere Anregung: Durch diese Änderung können Sie z.B. dauerhaft Stiftungslehrstühle an Universitäten einrichten, andere gemeinnützige Organisationen im Aufbau unterstützen und sogar Kooperationen eingehen, um mit gemeinsamer Kraft wichtige Anliegen voranzubringen.

Stiftungen können im Jahr der Errichtung und nunmehr in den folgenden drei Jahren sämtliche Überschüsse aus der Vermögensverwaltung sowie die Gewinne aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ihrem Vermögen zuführen.

Unsere Empfehlung: Stiftungen, die ab 2011 gegründet wurden, sollten in den ersten vier Jahren ihres Bestehens die Möglichkeit nützen, ihr Stiftungsvermögen aufzustocken und frühzeitig einen realen Kapitalerhalt des Stiftungsvermögens zu verfolgen.

Seit dem 1. Januar 2013 hat das Bundesministerium der Finanzen neue Muster für Zuwendungsbestätigungen herausgegeben. Die neuen Muster sind ab sofort zu nutzen.

Unsere Empfehlung: Unterziehen Sie Ihre Vorlagensammlung einer kritischen Prüfung und aktualisieren Sie diese.

Die Haftungserleichterungen für Stiftungsvorstände (die unentgeltlich oder maximal eine Vergütung von 720 Euro pro Jahr erhalten) sind nun auch auf ehrenamtliche Personen anderer Organe und besonderer Vertreter ausgeweitet worden.

Unsere Empfehlung: Überprüfen Sie Ihre Haftungsversicherungen auf Anpassungsbedarf und kommunizieren Sie die Änderungen an Ihre ehrenamtlich tätigen Organe.  

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2013/07/law-447487_1920-940x627.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2013/07/law-447487_1920-300x300.jpgJörg SchepersOrganisationenRecht & SteuernEhrenamt,Kapitalerhalt,Stiftungen
So nützen Sie die neuen Möglichkeiten Das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes (kurz: Ehrenamtsstärkungsgesetz) ist am 1. März 2013 durch den Bundesrat genehmigt worden und hat zu vielversprechenden Änderungen im Stiftungssektor geführt. Schöpfen Sie als Stiftungen die neuen Potenziale aus Das neue Gesetz regelt, dass Vereins- und Stiftungsvorstände grundsätzlich ehrenamtlich tätig sind....