Ian Karan, ist das was man eine Selfmade-Millionär nennt. Aus einfachen Verhältnissen kommend, schuf er ein großes Unternehmen und brachte es in seiner Wahlheimat Hamburg sogar zum Wirtschaftssenator. Was ihn unterscheidet ist, dass er sein Engagement für gemeinnützige Anliegen sehr offen kommuniziert. Im Interview ermuntert er die Deutschen, sich gesellschaftlich mehr zu engagieren.

Herr Karan, gesellschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich. Wie sind Sie zu diesem Engagement gekommen? Gab es Vorbilder in der Familie oder im Freundeskreis?

Ian Karan: In meinem Leben haben mir viele Menschen geholfen. Durch diese Erfahrungen und auch durch die christliche Nächstenliebe bin ich ermutigt worden, selbst anderen Menschen zu helfen. In Hamburg gab und gibt es eine Menge guter Menschen und Mäzene und diese sind für mich ein Vorbild.

Inwieweit hat Ihr Lebenslauf Ihre mäzenatisches Verhalten beeinflusst?

Ian Karan: Gerade mein Lebenslauf – ich bin als Waisenkind zur Welt gekommen, bin in Hamburg gelandet ohne Hochschulabschluss, ohne Sprachkenntnisse und ohne Freunde – und die Tatsache, dass ich immer offene Türen vorgefunden habe, hat mein mäzenatisches Verhalten beeinflusst.

Warum sollten sich aus Ihrer Sicht die Menschen gesellschaftlich engagieren und mit Spenden gemeinnützige Projekte unterstützen?

Ian Karan: Auch ein reiches Land wie Deutschland kann nicht allen Menschen helfen und alle Probleme lösen. Hier ist jeder gefordert, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Auch der christliche Glaube ermuntert uns, uns gesellschaftlich zu engagieren.

Was ist Ihnen persönlich wichtig, wenn Sie sich gesellschaftlich engagieren?

Ian Karan: Abgesehen von Sprachförderung und Integration ist mir Hilfe zur Selbsthilfe wichtig.

Welche Themenfelder sind für Sie dabei besonders wichtig?

Ian Karan: Schon weit vor der letzten Flüchtlingswelle habe ich mich für die Integration von Migranten eingesetzt.

Welche Erwartungen haben Sie als Spender an ein Projekt?

Ian Karan: Dass das Geld, das man für ein Projekt spendet, gut angelegt ist und messbare Erfolge erzielt.

Wie wichtig ist es Ihnen, persönlich in einem Projekt eingebunden zu sein?

Ian Karan: Da wir über 34 verschiedene Projekte unterstützen, ist es schwer für mich, mich persönlich zu engagieren.

Und welche Erfahrungen machen Sie mit gemeinnützigen Organisationen?

Ian Karan: So verschieden wie die Menschen sind auch die gemeinnützigen Organisationen. Da muss man genau hinschauen, wie gearbeitet wird und was mit den Spendengeldern geschieht. Es gibt momentan viele Herausforderungen in unserer Gesellschaft.

Was sollte Ihrer Meinung nach in der Zukunft stärker unterstützt werden?

Ian Karan: Nicht nur die Neuankömmlinge, sondern auch die zweite und dritte Generation von Kindern ausländischer Eltern brauchen unsere Hilfe. Überdies darf man nicht vergessen, dass es auch arme Deutsche gibt, und auch die verdienen unsere Unterstützung.

Sie unterstützen seit vielen Jahren zahlreiche Initiativen, unter anderem den Verein für Verwaiste Eltern und Geschwister. Wie sind Sie zu diesen Initiativen gekommen?

Ian Karan: Oft werde ich von Initiatoren von guten Projekten angesprochen. So war es auch mit den Verwaisten Eltern und Geschwistern Hamburg. Die Vorstände, Bärbel Friederich und Ilona Stegen, haben mir auf einer Veranstaltung über ihre Arbeit erzählt. Dies ist eine hervorragende Initiative und die beiden leisten tolle Arbeit, um Schmerz zu lindern.

Was machen aus Ihrer Sicht diese Akteure besonders gut, woran können sich andere Organisationen ein Vorbild nehmen?

Ian Karan: Durch die Tatsache, dass beide eigene Kinder verloren haben, haben sie große Glaubwürdigkeit und persönliche Erfahrung darin, mit Schmerz umzugehen. Dies ist nicht übertragbar auf andere Initiativen.

Welchen Rat können Sie anderen Unternehmern geben, wenn sich diese gesellschaftlich engagieren möchten?

Ian Karan: Es gibt in Hamburg eine Menge guter, durchdachter und erfolgreicher Initiativen. Da muss man das Rad nicht neu erfinden. Wenn bekannt wird, dass jemand ein offenes Ohr für soziale Projekte hat, dann nehmen die Initiatoren schon Kontakt auf.

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Ian Karan, ist das was man eine Selfmade-Millionär nennt. Aus einfachen Verhältnissen kommend, schuf er ein großes Unternehmen und brachte es in seiner Wahlheimat Hamburg sogar zum Wirtschaftssenator. Was ihn unterscheidet ist, dass er sein Engagement für gemeinnützige Anliegen sehr offen kommuniziert. Im Interview ermuntert er die Deutschen, sich...