Es gibt Menschen, die sprechen den Schaltjahren ein ganz besonders schlechtes Omen zu. Alle vier Jahr ist es besonders schlimm. Naturkatastrophen, politische Unruhen und zahlreiche prominente Todesfälle gehören nach dieser Theorie in ein typisches „Bad Year“. Nun war 2016 ein Schaltjahr und tatsächlich könnte man viele Ereignisse dem Schaltjahr in die Schuhe schieben. Brexit und Donald Trump können durchaus als politische Unruhen bezeichnet werden. Roger Willemsen, Roger Cicero, Prince, David Bowie, Hans-Friedrich Genscher, Peter Hintze, Fidel Castro, Leonhard Cohen, Manfred Krug, Bud Spencer und Götz Georg sind nur ein kurzer Ausschnitt aus der Liste der prominenten Todesfälle.

Und offensichtlich hat auch das Spendenwesen in Deutschland im Jahr 2016 gelitten. Der Fundraisingverband veröffentlicht in Kooperation mit den Marktforschern von Kantar TNS den Spendenmonitor für das Jahr 2016 Mitte Dezember. Das Ergebnis der Marktforscher war ernüchternd: Immer weniger Menschen in Deutschland spenden und folglich ist das Spendenvolumen von 4 Mrd. Euro auf 3,6 Mrd. Euro gesunken. Das einzige was konstant geblieben ist, war die durchschnittliche Spendenhöhe je Person und Jahr von 146 Euro. Nun gibt es viele Erklärungen für dieses Ergebnisse, die einfachste davon ist ganz klar: es war halt ein Schaltjahr.

Wenn die Schaltjahrtheoretiker recht haben, hat die Welt bis 2020 erst einmal Ruhe und alles wird besser. Das Jahr 2017 steht also unter guten Vorzeichen und lässt hinsichtlich der anstehenden Landes- und Bundestagswahlen Hoffnungen aufkommen. Für das gemeinnützige Engagement wird das Jahr zahlreiche Überraschungen bereit halten. Wie eigentlich auch die Jahre davor lassen sich die Naturkatastrophen und internationalen Krisen nicht vorhersagen. Und mit jedem neuen medialen Ereigniss  treten zahlreiche wichtige Anliegen und Projekte in den Schatten der Vergessenheit. Auch können wir uns weiter darauf einstellen, dass die Menschen in Deutschland in der globalen Welt verunsichert bleiben und sich – so meine Prognose für das Fundraising – weiter auf die regionalen Projekte fokussieren. Doch werden gerade die großen Fundraisingaktionen mit ihrer Präsens am Spendenmarkt dieses Spenden-„Cocooning“ kompensieren.

Der Stiftungsmarkt wird sich von der Ertragslage nicht verbessern. Die Zinsen der angelegten Vermögen sind weiterhin niedrig, es stellt sich daher die Frage, welche Themen aus meiner Sicht das Jahr 2017 bestimmen werden:

  • Der Auf- bzw. Ausbau des Fundraising wird den Wettbewerb um die Spenden weiter verschärfen. Fokussieren Sie sich auf regionale Projekte und nutzen Sie die Nähe zu Ihren Spendern, um die Spendenbeziehung zu vertiefen.
  • Doch der Markt wird wachsen. Nicht im Sinne der Normal- und Kleinspenden, sondern im Bereich der Großspenden. Die Skala-Initiative der Milliardärin Susanne Klatten ist ein richtiger Impuls in diese Richtung und wird in der deutschen Philanthropie-Szene eine Vorbildfunktion einnehmen.
  • Auch die verstärke Professionalisierung in der Ansprache und Betreuung von Großspendern und Unternehmern wird seine Wirkung im diese Jahr entfalten. Hierbei wird die nächste Generation der Großspender eine immer wichtigere Rolle spielen (Was die Organisationen von den Großspendern in der Zukunft zu erwarten haben, wird im Rahmen meines Vortrages „So tickt die nächste Generation der Großspender“ auf dem Deutschen Fundraising Kongress 2017 in Kassel vorgestellt – dieses Geheimnis werde ich aber erst am 05. Mai 2017 lüften).
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Es gibt Menschen, die sprechen den Schaltjahren ein ganz besonders schlechtes Omen zu. Alle vier Jahr ist es besonders schlimm. Naturkatastrophen, politische Unruhen und zahlreiche prominente Todesfälle gehören nach dieser Theorie in ein typisches „Bad Year“. Nun war 2016 ein Schaltjahr und tatsächlich könnte man viele Ereignisse dem Schaltjahr...