Die Idee des World Wildlife Fund (WWF) war eigentlich ganz simpel: Was passiert, wenn wir dem Sterben der Elefanten am anderen Ende der Welt ein Gesicht geben? Die Umsetzung ein journalistisches Unterfangen. Eine WWF-Mitarbeiterin reiste in den tiefsten Regenwald in der Zentralafrikanischen Republik und besuchte Wilderer und Wildhüter, Ureinwohner und vor allem die Elefanten. Und am Ende hatte die Kampagne „Krieg im Elefantenwald“ viele Gesichter.

Die Videos auf youtube und die Themen-Website http://www.wwf.de/krieg-im-elefantenwald sind ein Beispiel dafür, wie man ein sehr weit entferntes Thema gut und interessant aufbereiten kann. Die Kampagne wurde vor kurzem mit dem Deutschen Content Marketing Preis 2015 ausgezeichnet.

Gute Kommunikation ist dialogisch!

Ob Reportage, Podiumsdiskussion oder Ausstellung, ob Tag der offenen Tür oder großes Event, gute Kommunikationsideen steigern die Reichweite und schaffen Anknüpfungspunkte – denn sie erzählen Geschichten, die uns idealerweise berühren und bewegen, die uns im wahrsten Sinne des Wortes ansprechen. Wir treten in einen Dialog mit den Lesern, Zuschauern, Kunden – und dadurch natürlich auch den Spendern! Ohne gute Kommunikationsideen ist kein effektives Fundraising möglich.

Grafik Kommunikationsidee

Welche Zutaten machen eine gute Kommunikationsidee aus?

Eine gute Idee entsteht immer dann, wenn sich die Verantwortlichen im Vorfeld Gedanken über das Kommunikationskonzept machen, in das die Idee eingebunden sein sollte. Denn sonst bleibt auch eine gute Idee immer nur eine Einzel-Aktion, die im Zweifelsfall nach ein paar Monaten vergessen ist. In der Analyse empfiehlt es sich, auf folgende Punkte zu achten:

Da ist als allererstes die Marke, die Stiftung: Wofür steht sie, welchen besonderen einzigartigen Nutzen hat sie, welche Ziele sind formuliert, die man in Themen übersetzen könnte? Welche Themen werden schon gespielt oder sind durch die marke gesetzt? Beim WWF heißt das Leitbild beispielsweise: Bewahrung der biologischen Vielfalt – ein lebendiger Planet für uns und unsere Kinder. Das gibt die thematische Richtung stark vor.

Ideen brauchen ein Dachthema

Aus diesen Überlegungen entsteht ein sogenanntes Dachthema: Wie sieht der thematische rote Faden aus, was ist die Leitlinie, der alle Geschichten Geschichte folgen? Das gilt übrigens nicht nur für Stiftungen: Microsoft beispielsweise vermarktet seine Produkte unter dem Oberthema „Zukunft der Arbeit“. Dieses Thema ist nicht nur spannend und im Trend, es verbindet auch sehr geschickt Verbraucher und Produkte miteinander.

An Zielgruppen und Kanäle denken!

Wichtig ist auch die Zielgruppe: Wen möchte ich ansprechen? Welche Gruppen gibt es neben den Spendern? Wie unterscheidet sich die Ansprache der verschiedenen Zielgruppen, brauchen wir eventuell verschiedene Kanäle? Für die Zielgruppe von Viva con agua sind youtube und facebook sicher die richtigen Kanäle, für Stiftungen mit älteren Zielgruppen kann das völlig falsch sein.

Schließlich kommen wir zu den Themen: Auf welchen Gebieten ist Ihre Stiftung wirklich aktiv, in welchen Themenfeldern erreichen wir unseren Zielgruppen, wo sind die Berührungspunkte? Beim WWF ist der Schwerpunkt die Natur, die sich in viele Themen gliedert.

Wie kommen wir in den Dialog?

Ist die Analyse abgeschlossen und stehen die Themen, müssen die Ideen her: Aufmerksamkeitsstark und möglichst so, dass die Nutzer sich beteiligen können. In England startete eine Firma für Community Management ein Voting für den besten Fußballspieler der Welt. Dazu hängten sie in Parkanlagen und an Gehwegen gläserne Boxen auf, in die man seine ausgerauchten Zigarettenstummel werfen konnte. Eine Box für Lionel Messi, eine andere für Christiano Ronaldo. Angenehmer Nebeneffekt: Je stärker das Voting, desto sauberer die Straßen und Parks! Viele Besucher machten Fotos, die Aktion verbreitete sich über Social Media und schuf Aufmerksamkeit.

Der Autor Jörg Schumacher von der JSM Medienberatung arbeitet als Medienberater für Online und Print-Produkte. Er beschäftigt sich mit der Darstellung und Aufbereitung von Informationen für Unternehmen und berät Verbände und Institutionen bei der Kommunikation mit dem Verbraucher.

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/11/elephant-55255_1920-940x624.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/11/elephant-55255_1920-300x300.jpgJoerg SchumacherKommunikationOrganisationenKommunikationsidee,Organisationen,Stiftungen,Themen,WWF,Zielgruppe
Die Idee des World Wildlife Fund (WWF) war eigentlich ganz simpel: Was passiert, wenn wir dem Sterben der Elefanten am anderen Ende der Welt ein Gesicht geben? Die Umsetzung ein journalistisches Unterfangen. Eine WWF-Mitarbeiterin reiste in den tiefsten Regenwald in der Zentralafrikanischen Republik und besuchte Wilderer und Wildhüter, Ureinwohner...