Fundraising in der Gesundheitswirtschaft:

Deutsche Krankenhäuser auf dem Weg zum Klinik-Fundraising

An allen Ecken und Kanten wird gespart. So auch in der Gesundheitsversorgung. Zwar sind die Kassen der Kassen (Gesundheitskassen) gefüllt, doch müssen Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und ambulante Dienste um jeden Cent feilschen, der von den Kostenträgern erstattet werden soll. Wir alle erleben es im Alltag. Es fehlt an menschlicher Zuwendung, da die Zeitvorgaben auf Effektivität getrimmt sind.

Die Bezahlung von Personal ist oft schlecht, insbesondere die Pflegeberufe leiden unter hoher Arbeitsbelastung und geringen Lohn. Perspektivisch werden auch in Zukunft die Entgelte nicht steigen, die Träger sind daher verstärkt auf alternative Finanzierungen angewiesen.

Klinikfundraising ist ein schwieriges Thema. Denn viele der Menschen gehen davon aus, dass die Investitionen im Gesundheitswesen von den Kostenträgern und den Steuerzahlern geleistet werden. Doch damit die Versorgung der Patienten über die Abrechnungspauschalen hinaus sichergestellt wird, sind Spendeneinnahmen zur Finanzierung der Mehrleistungen notwendig.

Damit die Gesundheitsversorger das Thema Fundraising erfolgreich angehen können, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein:

  • Als erster Punkt steht die Markenpositionierung auf der Agenda. Nur wenn die künftigen Spender wissen, welchen zusätzlichen Mehrwert z.B. ein Klinikneubau hat und dieser u.a. auch durch Spenden finanziert werden muss, ist das Markenattribut Fundraising positioniert.
  • Der nächste entscheidende Punkt ist das Bekenntnis des Managements zum Fundraising. Die Führungsebenen müssen sich zu 100 Prozent mit dem Spendensammeln identifizieren, nur dann funktionieren die richtige Platzierung und die Ansprache von Gebern (bitten Sie Vorstände und Ärzte zuerst zu spenden).
  • Der dritte Punkt sind die eingesetzten Ressourcen. Fundraising braucht Budget und Manpower. Nur durch den gezielten Einsatz dieser Ressourcen lassen sich Geber effektiv ansprechen und binden.
  • Eine eigene Fundraising-Stabsstelle mit direktem Zugang zur Leitung ist für die Etablierung und den Erfolg des Klinikfundraisings durchaus ratsam.

Da für die meisten Akteure im Gesundheitswesen das Fundraising nicht gelernt ist, müssen sich die geeigneten Spendensammler finden. Diese Aufgabe kann nicht nur in der Geschäftsführung liegen oder im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Professionelles Fundraising benötigt professionelles Personal. Hierzu lassen sich die vorhandenen Mitarbeiter schulen oder ausgebildete Fundraiser einstellen. Damit sich ein eigener Fundraiser rechnet, sollten pro Jahr mindestens 250.000 bis 300.000 Euro an Spenden generiert werden.

Bereits in der Vergangenheit wurden Neubaumaßnahmen von Kliniken, die Einrichtungen von ambulanten Versorgungsangeboten und vieles mehr auch über Spenden finanziert. Das sich diese Investitionen lohnen, konnte man aktuell in diesen Tagen in den norddeutschen Medien vom Neubau der Kinderklinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) lesen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 69 Mio. Euro, das Land Hamburg übernimmt davon ein Drittel. Bereits jetzt, zum ersten Spatenstich wurden 15 Mio. Euro Spenden gewonnen. Für den fehlenden Betrag werden weitere Fundraisingaktionen geplant.

FAZIT: Ob und wie Sie das Thema Fundraising in Ihrer Klinik positionieren bedarf einer strategischen Prüfung. Gerne stehen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch für die richtigen Weichenstellungen zur Verfügung.

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Fundraising in der Gesundheitswirtschaft: Deutsche Krankenhäuser auf dem Weg zum Klinik-Fundraising An allen Ecken und Kanten wird gespart. So auch in der Gesundheitsversorgung. Zwar sind die Kassen der Kassen (Gesundheitskassen) gefüllt, doch müssen Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und ambulante Dienste um jeden Cent feilschen, der von den Kostenträgern erstattet werden soll. Wir alle...