Sind WhatsApp-Kampagnen ein zukunftsfähiges Modell für NGOs?

zukaeufe_von_tech-unternehmen-statista-2014-580x413Der Kommunikation über soziale Medien auf Kosten von E-Mail-Kontakten kommt eine zunehmend größere Bedeutung zu. Daher könnten WhatsApp und andere Messenger-Apps zukünftig auch für NGO-Aktionen eine maßgebliche Rolle spielen. Als Facebook vor etwa einem Jahr WhatsApp akquirierte, stand das Unternehmen vor der Herausforderung, den enormen Kaufpreis von 19 Milliarden Dollar durch zusätzliche Einnahmen, wie Werbung, zu kompensieren. Laut David Marcus (VP Messaging Products, Facebook) seien klassische Werbebanner, wie bei Facebook, für WhatsApp jedoch auch in Zukunft keine Option. Es käme hingegen infrage, Organisationen und Unternehmen via eigener WhatsApp-Accounts im System zu integrieren. Bedeutendster Unterschied im Vergleich zu Facebook wäre hierbei die unmittelbare One-to-One-, statt der bisherigen One-to-Many-Kommunikation. Dem Nutzer bereitgestellte Informationen könnten sehr individuell angepasst werden.

Wieso ist WhatsApp der Kanal der Zukunft?

1. Einfachheit: Es wird lediglich ein Smartphone mit installierter App und Internetempfang benötigt.

SeitDownload kurzem existiert zusätzlich auch eine Browserversion für Androidnutzer, welche einfacher zu bedienen ist.

2. Unmittelbarkeit: Versendete Nachrichten kommen innerhalb weniger Augenblicke beim Empfänger an.

3. Sichtbarkeit: Es ist kaum möglich, Nachrichten, die als Push-Meldungen erscheinen, zu übersehen. Beim E-Mailing passiert es schnell, dass eine Mail im Posteingang übersehen wird oder direkt in den Spamordner weitergeleitet wird.

4. Geotagging: Der aktuelle Standort kann schnell und einfach übermittelt werden, was bei Demonstrationen oder Kundgebungen von Parteien, Vereinen und NGOs von Vorteil sein kann.

5. Handling: Über die Broadcastingfunktion können binnen Sekunden bis zu 250 Leute angeschrieben werden, ohne dass sich die Kontakte, die sich in der Liste befinden, gegenseitig wahrnehmen oder miteinander kommunizieren können. Diese Funktion könnte aus aktuellem Anlass genutzt werden, um möglichst schnell möglichst viele Helfer und Spender für Nepal zu mobilisieren. (S. a.: N. Miron, Kampagne20.de)

In Asien existieren bereits Modelle zur Kommunikation von Organisationen über Messenger-Apps. Bei den Apps „Line“ und „WeChat“ ist es Unternehmen möglich, über sog. “Service- und Subscription-Accounts” mit ihren Kunden zu interagieren. Service-Accounts sind vor allem für Unternehmen wichtig, bei denen der Service im Fokus steht. Die Kunden haben so die Möglichkeit, bei auftretenden Problemen mit Sachbearbeitern in Kontakt zu treten. Subscription-Accounts hingegen ähneln eher dem Modell von Seiten wie Facebook. User müssen der Unternehmens- bzw. Organisationsseite folgen, um Benachrichtigungen erhalten zu können. Es ist maximal eine Nachricht pro Tag erlaubt, welche nicht als Push-Nachricht versendet wird. Der Follower muss also den Account aktiv aufrufen, um Nachrichten lesen zu können.

Dieses Modell scheint auch für NGOs interessant und umsetzbar, wie sich bei einem der ersten Versuche des BUND anlässlich der “Wir haben es satt-Demo” herausgestellt hat. Als Resultate lassen IMG_8505sich bei diesem Experiment vor allem zwei Punkte aufzeigen. Zum einen stellte man sich die Frage, ob WhatsApp als Kommunikationskanal angenommen wird – 80% der Empfänger haben die Nachricht gelesen, also ja. Zum anderen sollte geklärt werden, ob sich der Kanal eignet, z.B. zur Teilnahme an einer Petition aufzurufen – 55% der Kontakte klickten den per WhatsApp verschickten Link zur Petition. Eine gute Quote.

Es lässt sich resümieren, dass WhatsApp für NGOs ein enormes Potential besitzt. Die individuell zugeschnittene, jedoch gleichwohl mit geringem Aufwand verbundene Kommunikation ist für Organisationen von höchstem Wert. Kampagnen mit Tausenden Empfängern sind momentan jedoch noch nicht umsetzbar, außerdem ist der Datenschutz von WhatsApp weiterhin unsicher.

Die Entwicklung von WhatsApp bleibt spannend und sollte unbedingt beobachtet werden.

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http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/08/twitter-292993-940x627.jpghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2015/08/twitter-292993-300x300.jpgNicolas ReisKommunikationOrganisationen
Sind WhatsApp-Kampagnen ein zukunftsfähiges Modell für NGOs? Der Kommunikation über soziale Medien auf Kosten von E-Mail-Kontakten kommt eine zunehmend größere Bedeutung zu. Daher könnten WhatsApp und andere Messenger-Apps zukünftig auch für NGO-Aktionen eine maßgebliche Rolle spielen. Als Facebook vor etwa einem Jahr WhatsApp akquirierte, stand das Unternehmen vor der Herausforderung,...