Online Fundraising gehört nach wie vor zu den schnellst- wachsenden Bereichen  im Fundraising. Nicht überraschend, dass sich mehr und mehr große Player wie Facebook und Amazon einschalten, und ebenfalls auf Online Fundraising setzen. Eine Form des Online Spendens hat in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit erlangt- das sogenannte Peer-to Peer Fundraising, auch unter Anlassspenden oder aber klassisch unter Spendenaktionen bekannt.

Peer to Peer Fundraising?

Das Besondere im Peer to Peer Fundraising ist, dass nicht der/die FundraiserIn der Organisation Spenden sammelt, sondern dass  die SpenderInnen dies selbst übernehmen.

Zu diesem Zweck haben viele Anbieter von Online Fundraising Software ein sogenanntes Anlassspendentool/Spendenaktionstool entwickelt. Hier kann der User/die Userin zu eine Spendenaktion zu einem selbst gewählten Zweck anlegen und die FreundInnen auffordern, zu spenden. Beliebte Zwecke sind Geburtstage, Hochzeiten oder auch sportliche Herausforderungen wie ein Marathon. Genau diese Vielfältigkeit ist eine der großen Vorteile der Spendenaktionen.

Doch warum funktioniert es genau?

Stellen Sie sich vor, eine fremde Person kommt auf Sie zu und bittet Sie um eine Spende für eine beliebige Organisation. Je nach Thema, persönlicher Situation etc. kann dieser Wunsch bejaht oder verneint werden. Nun stellen Sie sich vor, Ihr Bruder, Kind oder Ihre Mutter bittet Sie, anstatt der üblichen Geburtstagsgeschenke etwas für eine Organisation XY zu überweisen, weil ihr dies am Herzen liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diesem Wunsch nachkommen, ist deutlich höher als im ersteren Fall.

Denn wenn man die Person kennt, und man nach Hilfe gefragt wird, ist die Bereitschaft, diese zu unterstützen deutlich höher.

Ein weiterer Vorteil kann sein, dass gerade jüngere SupporterInnen offener für Spendenaktionen sind, da Sie hier ihr Können im Umgang mit dem Internet beweisen können, und nicht selbst den großen Betrag überweisen “müssen”, sondern diesen teilen können. Frei nach dem Motto “gemeinsam mehr erreichen.”

Die Vorteile liegen also auf der Hand:

  • Die Bindung zwischen UnterstützerInnen und Organisation wird gestärkt
  • In einer Spendenaktion kommen in der Regel mehr Mittel zusammen, als in einer Einzelspende
  • Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bieten für jede UnterstützerIn den richtigen Zeitpunkt

 

Spendenaktionstool von Altruja | Beispiel Jumpers

Doch etwas muss getan werden, was häufig dem Erfolg der Spendenaktion schmälert. Auch diese Spendenaktionen müssen beworben werden. Freunde und Familie müssen informiert werden, der Zweck der Aktion muss deutlich und Updates müssen gemacht werden. Daran scheitert es oft.

Hier kommt nun dieses Jahr mit Facebook ein neuer Player ins Spiel, der das Reichweitenproblem als Social Network gelöst hat.

Facebook- der neue Player im Fundraising

3 verschiedene Möglichkeiten und massiv Reichweite- das ist die Fundraisingstrategie von Facebook. Der Spendenbutton auf den Fanseiten ist schon länger vorhanden. Neu hinzugekommen ist die Spendenaktion, sowie die Live-Spendenaktion.

Die Funktion “Spendenaktion” ermöglicht es jedem User, eine eigene Spendenaktion anzulegen. Hierzu wählt der er eine Organisation (die auf Facebook ist und die Möglichkeit freigeschalten hat, für diese Spenden zu sammeln), fügt eine kurze Beschreibung dazu und fertig. Im Nachgang wird diese Spendenaktion automatisch ausgespielt. Danach kann man regelmäßig Updates posten, und natürlich FreundInnen einladen.

Für diese FreundInnen entsteht nun unmittelbarer Zugzwang. Zum einen wird ersichtlich, wer aus dem Freundeskreis bereits alles gespendet hat, zum anderen wird man immer wieder darüber informiert, dass man noch spenden kann. Zu guter letzt erscheint natürlich der Name prominent, sobald man gespendet hat. Psychologisch hervorragend gelöst.

 

Spendenaktion Coca Cola Facebook

 

Besonders also das schnelle Anlegen und die automatische Reichweite sind zwei sehr smarte Optionen für UserInnen, um Spendenaktionen über Facebook zu bewerben.

Doch bei Facebook muss man weiterdenken. Skandale um NutzerInnendaten, Datenschutz und Filterblasen sind Schlagworte, mit denen Facebook verknüpft ist.

Und für Organisationen ist noch ein weiterer Punkt wichtig – die SpenderInnendaten. 

Ob Organisationen diese bekommen, kommt darauf an. Den Namen erhält die Organisation, die E-Mailadresse aber muss die Person freigeben. Zudem muss man hier natürlich den Datenschutz ins Spiel bringen.

Die Verwendung der Daten ist also nicht ganz so einfach zu beantworten. Die Handhabe liegt bei Facebook.

Der zweite Punkt ist auch kein Unwesentlicher: die Abhängigkeit. Wenig Einflussnahme und spontane Veränderungen machen die Planung mit dieser Art des Spendensammelns deutlich schwerer. Für den eigenen Forecast kann Facebook also nur bedingt herbeigezogen werden-

Ob man Facebook nun positiv, negativ oder differenziert betrachtet, liegt bei jeder Organisation selbst. Was aber Facebook schaffte, war ein bekanntes Thema mit neuem Schwung zu versehen. Und was man definitiv sieht: Die Spendenaktion funktioniert. 

 

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Online Fundraising gehört nach wie vor zu den schnellst- wachsenden Bereichen  im Fundraising. Nicht überraschend, dass sich mehr und mehr große Player wie Facebook und Amazon einschalten, und ebenfalls auf Online Fundraising setzen. Eine Form des Online Spendens hat in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit erlangt- das sogenannte Peer-to Peer...