Eine App mit der man zum Alzheimer-Patient wird, ein Mann der 500 Flusskilometer auf einem Surfbrett zurücklegt oder Frauen und Mädchen die sagen, was sie wirklich, wirklich wollen – das Online-Fundraising-Jahr 2016 steckt voller Highlights. Wir wollen Ihnen hier unsere persönlichen Kampagnen-Favoriten der vergangenen zwölf Monate vorstellen.

Aber zuerst werfen wir einmal einen Blick auf die Frage: Wie hat sich das Online Fundraising im Jahr 2016 allgemein entwickelt?

Online Fundraising 2016: Das ist passiert

Im Jahr 2016 ging Trend – wie auch schon in den Jahren zuvor – deutlich hin zu den mobilen Endgeräten – denn die Zahl der Smartphone-BesitzerInnen steigt kontinuierlich. Smartphones und Tablets ersetzen bei vielen Menschen mittlerweile den Computer. Wer nun also spontan für eine Organisation spenden möchte, will dafür nicht erstmal seinen PC hochfahren müssen, sondern es direkt vom Handy aus erledigen können. Eine responsive Webseite (inklusive responsive Spendenformular) ist also 2016 keine schöne Spielerei mehr für eine Organisation, sondern viel mehr zu einem Must-have im Online Fundraising geworden.

In Sachen Storytelling im Online Fundraising gewannen die Videos immer mehr an Bedeutung, denn sie erwiesen sich oftmals viel effektiver als ein Text! Während sich nämlich gerade einmal 10 Prozent der LeserInnen an die Informationen eines Textes erinnern, bleiben Videos bei 95 Prozent der BetrachterInnen hängen. Egal ob die Arbeit der Organisation, einzelne Schicksale oder ein Trailer für eine Kampagne: Mit Videos konnte in diesem Jahr im Online Fundraising einiges bewegt werden.

Ein weiterer Trend, den wir 2016 im Online Fundraising gesehen haben, ist „Virtual Reality“. Mit Hilfe dieser neuen Technik schaffen es Organisationen ihre UnterstützerInnen direkt in ihre Welt mitzunehmen und können ihnen auf kreative und innovative Art und  Weise ihre Arbeit, Probleme und Ziele näher bringen. Als App, auf der Webseite oder in den sozialen Medien: Videos oder Bilder, die die UnterstützerInnen in eine virtuelle Welt eintauchen ließen waren 2016 sehr beliebt!

Dieser Trend zeigt sich auch in den folgenden Kampagnen.

A walk through Dementia – Alzheimer’s Research UK   

Die erste Kampagne, die wir Ihnen als eines unserer Highlights des Jahres präsentieren möchten, dreht sich auch gleich um das Thema „Virtual Reality“.

Die Organisation Alzheimer’s Research UK hat im Februar 2016 die Google Cardboard App “A Walk through Dementia”  auf den Markt gebracht. Mit einer selbstgebastelten Virtual Reality-Brille aus Pappe können die UserInnen dieser App den Alltag eines an Alzheimer erkrankten Menschen erleben. Angeboten werden drei typische Alltags-Situationen: Teekochen für sich und seine Familie, Einkaufen gehen und der Heimweg. Man hört sein eigenes Herz rasen, während man versucht den Weg nach Hause zu finden oder sieht sich dabei zu, wie man in eine Teetasse sechs anstatt zwei Stücke Zucker packt. Wer keine VR-Brille besitzt und sich auch keine basteln möchte, kann das Ganze auch in 360-Grad-Videos auf YouTube erleben.

Das Ziel dieser Aktion war, das Bewusstsein für die Krankheit zu stärken und dadurch Geld für deren Erforschung zu sammeln. Die Rezensionen im App-Store zeigen, dass sie die App genau das bewirkt hat, was Sie bewirken sollte: Viele UserInnen schrieben darüber, dass Ihnen durch die App die Augen geöffnet wurden und sie die Krankheit jetzt besser verstehen.

 

alzheimerresearch

500 Flusskilometer nur für die Natur – Pascal Rösler

Ausgestattet mit einem Surfbrett, einem Paddel und einer Tasche mit dem Nötigsten reiste Pascal Rösler im Juli in zwölf Tagen im „Stand-Up-Paddle“-Style von München nach Wien.

Und warum der ganze Aufwand? Über das Altruja-Kampagnentool sammelte er während seiner Reise für jeden zurückgelegt Flusskilometer Spenden, die über den Bayerischen Naturschutzfonds direkt in Naturprojekten zur Erhaltung der Wasserwelten Isar und Donau flossen.

Per LiveTracking konnten seine UnterstützerInnen Pascal auf seinem Weg verfolgen. Außerdem lieferte er täglich Bilder von seiner Reise. Zwölf Tage und ca. 126.500 Paddelschläge später hatte der Schwabinger schon 5.667 für die Natur gesammelt. Aber auch Wochen nach seiner Reise gab es noch einige begeisterte SpenderInnen und so kam es, dass Pascal Rösler dem Bayerischen Naturschutzfonds im Oktober ganze 8500 € für drei Isar- und Donauprojekte überreichen konnte.

 

pascalrösler

#MillionsMissing – #MEAction

Am 27. September sorgte die Organisation #MEAction weltweit mit der Aktion #MillionsMissing für mehr Aufmerksamkeit für die Krankheit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome). ME ist eine neuroimmunologische Erkrankung, die bei den Betroffenen oft große Schmerzen auslöst und schon nach geringer Anstrengung zu starker Erschöpfung führt, so dass sie oft an ihr Bett gefesselt sind und am alltäglichen Leben kaum noch teilnehmen können

Bei #MillionsMissing wurde weltweit mit Fotos von leeren Schuhen (als Symbol für die Menschen, die aufgrund ihrer ME-Erkrankung oft im Alltag fehlen) für mehr Forschungsgelder und Aufmerksamkeit für die Krankheit protestiert. Weltweit gab es an diesem Tag in 25 Großstädten auch größere Protestaktionen, bei denen mehrere hundert Schuhpaare auf öffentlichen Plätzen aufgestellt wurden und Passanten über die Krankheit aufgeklärt wurden – mit dabei waren unter anderem Hamburg, London, New York und Melbourne.

Im Kampf für mehr Aufmerksamkeit und Forschungsgelder für die Krankheit konnten auf der Webseite von millionsmissing.org schon mehr als 48.000 US Dollar gesammelt werden.

 

millionsmissing

#Whatireallyreallywant – The Global Goals

In einem YouTube-Video von The Global Goals besingen jungen Frau aus aller Welt zu dem Lied „Wannabe“ von den Spice Girls, was sie wirklich, wirklich wollen: Gewalt gegen Frau stoppen, gute Bildungschancen für alle Mädchen, das Ende von Kinder-Ehen und den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit. Unter dem Hashtag #Whatireallyreallywant  konnten andere Frauen und Mädchen dann über Social Media mitteilen, was sie selbst wirklich, wirklich wollen:

 

whatireallyreallywant

Auf der Seite Globalgoals.org sind einige der Organisationen zu finden, für die die UnterstützerInnen im Rahmen der Aktion #Whatireallyreallywant Petitionen unterschreiben oder spenden können. Unter anderem dabei sind HeforShe, der Malala Fund und Girls not Brides.

whatireallyreallywant2

Right Now – Cancer Research UK

In der Kampagne „Cancer is happening Right Now“ zeigt Cancer Research UK das Phänomen „Storytelling“ von seiner besten Seite. Auf dem Cancer Research UK-YouTubekanal werden Geschichten von vielen verschiedenen KrebspatientInnen und deren Angehörigen hochgeladen, um zu zeigen: Die Krebsproblematik besteht – und zwar genau jetzt!

Die kleinen Clips aus dem Therapie-Alltag der Krebspatienten wurden gefilmt wie ein Dokumentarfilm und trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, sind die Videos sehr bewegend. Am Ende jedes Videos steht die Aufforderung: „Donate Right Now – Let’s beat Cancer
sooner“.

cancerresearch

Bei Altruja haben wir täglich mit den verschiedensten Spendenaktionen und Kampagenen zu tun und bekommen im Online Fundraising so einige tolle Sachen zu sehen. Diese fünf Kampagnen haben uns 2016 aber besonders gut gefallen, denn sie waren allesamt bewegend, kreativ und innovativ.

Wir sind jetzt schon gespannt, welche großartigen Kampagnen im neuen Jahr auf uns warten und wünschen Ihnen eine schöne Weihnachtszeit!

 

http://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2016/12/whatireallyreallywant2.pnghttp://www.neues-stiften.de/wp-content/uploads/2016/12/whatireallyreallywant2-300x300.pngNicolas ReisFundraisingOrganisationenSpendenkampagne
Eine App mit der man zum Alzheimer-Patient wird, ein Mann der 500 Flusskilometer auf einem Surfbrett zurücklegt oder Frauen und Mädchen die sagen, was sie wirklich, wirklich wollen – das Online-Fundraising-Jahr 2016 steckt voller Highlights. Wir wollen Ihnen hier unsere persönlichen Kampagnen-Favoriten der vergangenen zwölf Monate vorstellen. Aber zuerst werfen...