Im Januar 2018 tritt die Investmentsteuerreform in Kraft. U.a. ist geregelt, dass ein inländischer Investmentfonds mit seinen inländischen Dividenden und inländischen Immobilienerträgen steuerpflichtig (15% Körperschaftsteuer, ggf. zzgl. SolZ) wird. Bislang galt für die deutschen Investmentfonds das sog. Transparenzprinzip. Danach waren Investmentfonds selbst umfassend steuerbefreit und die Besteuerung fand lediglich auf Anlegerebene statt. Bei gemeinnützigen Anlegern führte dies regelmäßig zu einer vollständigen Befreiung, da die Vermögensverwaltungstätigkeit dem steuerbefreiten Vermögensverwaltungsbereich zuzuordnen ist.

Dies bedeutet, dass die „Ausschüttung“, die die gemeinnützige Einrichtung aus dem inländischen Investmentfonds erhält, hinsichtlich der o.g. Erträge um 15 % gemindert ist. Für ausländischen Kapitalerträge ändert sich nichts: sie sind in der Regel mit ausländischer Quellensteuer belastet.

Die Auswirkungen für eine gemeinnützige Einrichtung, die an einem deutschen Investmentfonds beteiligt ist, sind dann überschaubar, wenn der Anteil inländischer Aktien am Fondsvermögen gering ist. Nach Aussagen zahlreicher Banken ist in einem durchschnittlichen „Publikumsfonds“ der negative Effekt aus der Investmentsteuerreform ab 2018 wahrscheinlich zwischen minus 0,02 % p.a. und minus 0,04 % p.a., bezogen auf das Gesamtanlagevolumen in dem Publikumsfonds. Bevor Überlegungen angestellt werden, aus dem Fonds auszutreten, sollte daher sorgfältig mit dem Vermögensverwalter überlegt werden, ob es bessere Alternativen gibt. Mit anderen Worten: ob sich die „Mühe überhaupt lohnt“.

Der Gesetzgeber hat zwei Optionen zur potentiellen Steuerbefreiung geregelt, die allerdings – soweit ersichtlich – in der Praxis nur unter erheblichem Mehraufwand umsetzbar sein dürften (Antrag des Investmentfonds auf Steuerbefreiung für den jeweiligen steuerbefreiten Anleger; Beschränkung des Anlegerkreises auf steuerbefreite Anleger unter Einschränkung der freien Handelbarkeit der Anteile). Es ist bereits zu erkennen, dass „Stiftungsfonds“ für steuerbefreite Anleger angeboten werden. Dies ist eine Lösung, um die 15% Steuerbelastung zu vermeiden. Die Entscheidung, in diesen Fonds zu investieren, darf allerdings nicht nur von diesem Sachverhalt abhängig gemacht werden. In Anbetracht des geringen Negativeffektes sollte die Entscheidung in Hinblick auf die Rendite insgesamt, und zwar nach Abzug der Kosten, getroffen werden.

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Im Januar 2018 tritt die Investmentsteuerreform in Kraft. U.a. ist geregelt, dass ein inländischer Investmentfonds mit seinen inländischen Dividenden und inländischen Immobilienerträgen steuerpflichtig (15% Körperschaftsteuer, ggf. zzgl. SolZ) wird. Bislang galt für die deutschen Investmentfonds das sog. Transparenzprinzip. Danach waren Investmentfonds selbst umfassend steuerbefreit und die Besteuerung fand lediglich...