Sie bieten eine Unterstützung beim professionellen Management von Stiftungskapital

Die gesetzliche Vorschrift zur Erhaltung des Stiftungskapitals ist ein hoher Anspruch, dem die verantwortlichen Personen in einer Stiftung gerecht werden müssen.

Selbst der Erhalt des Kapitals wird von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gesehen. Die überwiegende Mehrheit der Stiftungsaufsichten erwartet einen realen Erhalt des Stiftungskapitals. Um diesen Vorschriften gerecht zu werden, ist es sinnvoll, schon im Vorwege einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen:

  • Ein Stifter sollte bei Stiftungsgründung die Vorgaben zur Anlagepolitik nur sehr allgemein in der Satzung formulieren und auf die Festlegung separater Anlagerichtlinien hinweisen. Das hat den Charme, dass eine spätere Anpassung der Inhalte keinen formellen Satzungsänderungsprozess erforderlich macht. Gerade in Zeiten von turbulenten Finanzmärkten sollte eine Anpassung auf ändernde Marktrahmenbedingungen jederzeit möglich sein.
  • Auch wäre eine Vorgabe zur Einrichtung eines Anlageausschusses sinnvoll. Auch in kleineren Stiftungen sollten zumindest zwei Personen sich bei den Anlageentscheidungen austauschen.
  • Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Dokumentation der Gründe für die Anlageentscheidungen. Gerade vor dem Hintergrund der Haftungsthemen ist es sinnvoll die Umstände und Beweggründe zum Zeitpunkt der Transaktion zu dokumentieren. Diese Anforderung kann in die Anlagerichtlinien aufgenommen werden.
  • Ab einer gewissen Größenordnung einer Stiftung ist es ratsam einen Finanzplan zu erstellen und hochzurechnen, welche Erträge für die geplanten Projekte, Förderungen oder operativen Tätigkeiten gebraucht werden. Die  Einbindung eines professionellen Dienstleisters kann durchaus sinnvoll sein, um z.B. die monatliche Überwachung der Vorgaben aus den Anlagerichtlinien sicherzustellen.

Was sollten die Anlagerichtlinien nun beinhalten, wie eng sollte die Richtschnur sein?

Zur Risikostreuung ist es ratsam mehrere Assetklassen in die Anlagepolitik einzubeziehen und über die Gewichtung das Risiko zu steuern. Zu einem ausgewogenen Anlageportfolio gehören Rentenpapiere, Aktien, Fonds und Immobilien,  Beteiligungen sind denkbar. Die einzelnen Anlagensegmente sollten mit zusätzlichen Kriterien eingegrenzt werden:

Festverzinsliche Papiere:

Anlageuniversum ( Länder, Währungen)

Ratingvorgaben ( Mindestrating)

Emittentenstruktur ( Risikostreuung)

Aktien:

Anlageuniversum ( DAX, EuroStoxx, Stoxx, Währungen)

Ethische und nachhaltige Vorgaben

Möglichkeiten für Stillhaltergeschäfte ( gedeckte Optionen)

Fonds:

Ratingvorgaben nach z.B. Morningstar

Diversifizierung der Anlagestile ( aktives oder passives Management )

Ethische und nachhaltige Vorgaben

Immobilien:

Nutzung- Lage-gewerbliche oder privat

ggf. Vorgabe zur professionellen Verwaltung

Die Anlagepolitik einer Stiftung ist in ihrer Ausprägung und Umsetzung sehr stark abhängig von der Größe und den vorhandenen Ressourcen und des zur Verfügung stehenden Know-Hows in den Gremien der Stiftung. Aber was bedeutet das nun im Alltag  für kleinere bzw. größere Stiftungen.

Kleine Stiftungen:

  • Risikostreuung sollte auch bei weniger vermögenden Stiftungen ihre Beachtung finden. Hier eignet sich der Einsatz von Fonds, die dem konservativen und nachhaltigen Anlagegedanken von Stiftungen gerecht werden.
  • Anlagerichtlinien sind ein Muß, da ein gesetzter Rahmen für häufig ehrenamtlich besetzte Gremeine sehr hilfreich ist.

Größere Stiftungen:

  • Die Streuung der Assetklassen ist natürlich auch für größere Stiftungen für ein ausgewogenes Stiftungsportfolio unerlässlich. Bei größeren Volumen werden  Fonds durch Vermögensverwaltungen ersetzt bzw. ergänzt.
  • Hierbei kann es durchaus sinnvoll sein, wenigstens zwei unterschiedlichen Vermögensverwaltungsmanagern das Vertrauen zu schenken.
  • Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, ein eigenes Vermögensmanagement in der Stiftung vorzuhalten.
  • Unterstützung bieten professionelle Dienstleister wie Familiy Offices, die die Buchhaltung, Prüfung der Geschäfte und das Reporting übernehmen können.
  • Eine Vorgabe in den Anlagerichtlinien ist hilfreich und ratsam.

Fazit: Abschließend ist zu sagen, dass der Rahmen, den die Anlagerichtlinien vorgeben für alle handelnden und haftenden Personen wichtig und notwendig ist. Es ist abzuwägen, wie eng die einzelnen Vorgaben gestaltet werden sollten. Eine individuelle Gestaltung angepasst an die Größe, Aufstellung und Bedürfnisse der Stiftung wird dem gesetzlich vorgeschriebenen Ziel, das Stiftungskapital zu erhalten, ein großes Stück näher bringen.

Gern stehen wir Ihnen für die Diskussion Ihrer auf Ihre Stiftung zugeschnittenen Richtlinien zur Verfügung.

Angela Krzykowski, Abteilungsdirektorin Philanthropie & Stiftungen, HSH Nordbank AG

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